FIL Intercontinental-Cup 2010 – Rodel-Event in Kreuth

Update – Aktuelle Mitteilung : Der IC-Cup am 16. und 17. Januar in Kreuth muss wegen schlechter Bahnverhältnisse durch Schneemangel  aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Ein Ersatztermin und/oder Ersatzort ist derzeit nicht bekannt.

Superschnellen Schnee und begeisterungsfähige Zuschauer – das wünscht sich der Rodelclub Kreuth e.V. fürs 3. Wochenende im Januar. Am 16. und 17.1.2010 ist es soweit: Der FIL-Intercontinental-Cup  im Rennrodeln auf Naturbahn wird auf der WM-Bahn Kreuth-Klamm ausgetragen. Vor allem Jugend- und Juniorenkader aus der internationalen Nachwuchsszene sind im Ein- und Doppelsitzer am Start.

Fast 100 Höhenmeter auf einer Bergabstrecke von 830 m gilt es als Schnellster zu bewältigen. Das Durchschnittsgefälle von 11,8% und in manchen Abschnitten sogar Neigungen bis zu 16% ermöglichen einen rasanten Downhill-Sprint auf der Naturbahn des gastgebenden Rodelclubs Kreuth. Der darf sich rühmen, dass sich schon mehrere spätere Deutsche Meister in der Disziplin „Rodeln“ hier ihre ersten Meriten verdient haben. Die vom Club gepflegte und präparierte Naturbahn, eine intensiv genutzte Forststraße, war 1984 sogar Austragungsort für die Weltmeisterschaft im Rodeln. Sämtliche Medaillen wurden damals von italienischen und österreichischen Sportlern abgeräumt. Doch dabei sein ist alles – aber Gewinnen macht deutlich mehr Spaß.

International läuft die Sportart unter „Luge“, wodurch sich auch das Akronym FIL für den Dachverband „Fédération Internationale de Luge de Course“ erklärt. Dem im Englischen und im Französischen gleichen, doch selbstredend unterschiedlich ausgesprochenen Wörtchen „luge“ für „Rodelschlitten“ fehlt natürlich bei den fremdsprachigen Nachbarn durch seine Sanftheit in der Phonetik der energiegeladene, kraftvolle Biss, den die Akteure im Rennrodeln definitiv brauchen. Im Gegensatz zum Rodeln auf Kunstbahnen, nutzen die Athleten auf ihrer der Natur entliehenen Bahn Arme, Beine und ein Lenkseil für die Lenkmanöver. Mit vollem Körpereinsatz lassen sich so auch enge Kurven nehmen. Gebremst wird mit den Füßen. Kleine Spikes in den Schuhen sorgen für den erforderlichen Grip auf der eisigen Bahn, bei der im Gegensatz zur Kunstbahn schon mal naturgegebene Unebenheiten einkalkuliert werden müssen.  Bei der Form des Rodelschlittens steht nicht die Aerodynamik des Gefährts und die Gewichtsverlagerung in liegender Position im Vordergrund. Das ist die Fahrtechnik und Ausstattung, die man von den Rodlern auf Kunstbahnen in der gebauten Eisrinne her kennt. Die Sportler auf Naturbahnen setzen bei ihrem Material auf flexible Werkstoffe und messerscharfe Kufen, um ihrer Bahn ein paar Hundertstel Sekunden abzuringen.  Nicht immer kommen Fahrer und Gefährt gemeinsam ins Ziel, und die vereiste Bahn wird so manchem Rodelpiloten hin und wieder ein schmerzhaftes Andenken im Bereich der Weichteile mitgeben.

Bleibt zu hoffen, dass sich noch rechtzeitig zum 16. Januar der ersehnte Neuschnee einstellt, damit die antretenden Kader beweisen können, dass sie auch übers Jahr fleißig an Kondition und Technik gearbeitet haben. Vielleicht können ja in dieser Ausscheidung die deutschen Teilnehmer auch den ein oder anderen Pokal oder Ehrenpreis mit nach Hause nehmen.

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