Artikel-Schlagworte: „Sonderausstellung Olaf Gulbransson Museum“
Sonderausstellung mit Portraitdarstellungen von Josef Oberberger im Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee – Sonderausstellung
Wer Ostern noch mit einem Museumsbesuch verbinden möchte, der sei noch folgender Veranstaltungstipp an die Hand zu legen. Aktuell findet noch bis zum 1.Mai die Sonderausstellung mit Portraitdarstellungen von Josef Oberberger im Olaf Gulbransson Museum Tegernsee statt. Die letzte Gelegenheit noch diese Werke zu besichtigen, bevor die Sonderausstellung das Olaf Gulbransson Museum endet.
Nach Josef Oberbergers Tod fanden viele Werke eine erste Bleibe im Diözesan Museum Regensburg. Jetzt sind sie endlich da angekommen, wo sie hingehören: in dem seinem Freund und Lehrer gewidmeten Olaf Gulbransson Museum Tegernsee. Seit 2009 befinden sich die Exponate der Oberberger-Stiftung in den Depoträumen des Museums. Mit einer Präsentation der Porträt(karikaturen) Oberbergers, die gleichzeitig eine Verbindung zu den Karikaturen von Olaf Gulbransson darstellen, beginnt das Olaf Gulbransson Museum eine Reihe von Sonderausstellungen. Mit thematischen Schwerpunkten werden auch in den nächsten Jahren die Werke von Oberberger zu sehen sein.
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee – Josef Oberberger
Josef Oberberger wurde am 21. Dezember 1905 in Etzenricht in der Oberpfalz geboren. Nach einer Glasmalerlehre wechselte er 1923 nach München, wo er zunächst die Kunstgewerbe-Schule besuchte. Zwischen 1925 und 1932 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste. Seit 1937, als er erstmals Paris und dann die Kathedralen von Chartres und Le Mans gesehen hatte, zog es ihn immer wieder nach Frankreich. Inspiriert und fasziniert vom Lebensstil der Franzosen, zeichnete er fortan mit federleichten Pinselstrichen oder dem Zeichenstift täglich und unablässig, als handele es sich um eine Art Schrift. Seine „Madame“ Mathilde heiratete er 1939. Oberberger wurde als Kriegsmaler nach Russland geschickt, wo ihn Landschaft und Menschen tief bewegten. 1945 wurde er an die Akademie der Bildenden Künste in München zum Nachfolger von Olaf Gulbransson berufen. Neben dem Schwabinger Kunstpreis für Malerei und Grafik (1980) erhielt er 1981 den Bayerischen Verdienstorden sowie den bayerischen Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft (1986). Josef Oberberger starb am 2. Dezember 1994 in seinem Altersruhesitz in Kreuth bei Tegernsee.
Die fast legendäre Begegnung mit Olaf Gulbransson, der erst sein Lehrer, bald aber sein Freund wurde und ihn „Johannes“ nannte, dauerte bis zu dessen Tod 1958. Beiden gemeinsam ist die Liebe zum Portrait, dem Darstellen eines Charakters, dem Aufzeigen der verschiedenen Facetten einer Persönlichkeit. Der Schriftsteller Dr. Gerd Holzheimer, der auch in die Ausstellung einführen wird, beschreibt dies so:
„Der bayerische Mensch ist ein gemischter Charakter, ein Mensch also, der nicht nur bös ist, aber auch nicht nur gut, nicht nur grob und nicht nur fein, weiß Gott nicht immer ausgeglichen, doch jeder Therapie gegenüber zutiefst abgeneigt. Er ist Grantler und Kavalier zugleich, zumindest wenn’s sein muss, meint, dass sich Fasten auch gehört zwischen den Festen, ist Bierdimpfl und Weiser in einem, Saukopf und unverhofft großherzig, vor allem einem Spezl gegenüber, ein Streithansl, dem nichts über seine königlich-bayerische Bierruhe geht.“ (Gerd Holzheimer).
Diese Beschreibung des bayerischen Menschen passt sowohl auf die Kunst von Josef Oberberger wie auch auf die von Olaf Gulbransson.
In einem Brief vom 11. Dezember 1934 an das Kultusministerium schrieb Olaf über seinen Freund: „Ich kann den Josef Oberberger auf das Wärmste empfehlen“ – und das tun wir auch!
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee – Anfahrt
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg. An der Ausfahrt Holzkirchen auf der Bundesstraße 318 Richtung Holzkirchen, Bad Tölz, Tegernsee. In Gmund auf der Bundesstraße 307 nach Tegernsee. Das Museum befindet sich im Kurgarten gegenüber vom Rathaus (Ortszentrum). In unmittelbarer Nähe des Museums finden Sie mehrere Parkplätze.
Mit der Bahn: Die Bayerische Oberlandbahn fährt vom Münchner Hauptbahnhof aus nach Tegernsee. Vom Bahnhof zum Museum sind Sie nur wenige Minuten zu Fuß unterwegs.
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee – Öffnungszeiten während Ostern
Während der Osterfeiertage hat das Olaf Gulbransson Museum Tegernsee durchgängig von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr durchgängig geöffnet.
Mehr zur Austellung auch unter http://www.olaf-gulbransson-museum.de
Quelle: Olaf Gulbransson Museum Tegernsee
Olaf Gulbransson Museum : Jede Menge Geld am Tegernsee – Sonderausstellung mit Karikaturen von Honoré Daumier zur Finanzwelt
Aktuelle Sonderausstellung im Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee
Das Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee präsentiert wieder eine interessante Sonderausstellung mit Karikaturen von Honoré Daumier, die noch bis zum 6. Februar 2011 in Tegernsee besichtigt werden können.
Panik an der Börse – keine aktuelle Schlagzeile aus der Zeitung, sondern Titel einer von etwa 70 Karikaturen, die demnächst im Olaf Gulbransson Museum zu sehen sind: Vom 17. Oktober 2010 bis 6. Februar 2011 widmet sich das Olaf Gulbransson Museum dem französischen Karikaturisten Honoré Daumier und seinem gezeichneten Verhältnis zum Bankenwesen. In weit über 200 lithographischen Bildsatiren, von denen erstmals 70 Blätter in thematischer Verbundenheit ausgestellt werden, zielte der französische Karikaturist Honoré Daumier auf die Darstellung der Beziehung von Geld und Gesellschaft.
Olaf Gulbransson Museum – Honoré Daumier
Daumier war der wohl bedeutendste französische Karikaturist des 19. Jahrhunderts. Er kam jung nach Paris, wo er sich weitgehend selbstständig als Lithographie-Zeichner, Maler und Plastiker ausbildete. Als Zeichner und Mitarbeiter widmete er sich in den ersten regelmäßig erscheinenden Karikaturzeitschriften La Caricature von 1830 bis 1835 und Le Charivari von 1832 bis 1875 der politischen Satire und Sittendarstellungen, häufig in Serien. Sein präziser und klarer Stil, in dem er mit sparsamsten Mitteln größte Ausdruckskraft erzielte, erhob die Lithographie zur hohen Kunst.
Das lithographische Gesamtwerk von Daumier umfasst etwa 4.000 Blätter, wovon dem Olaf Gulbransson Museum durch großzügige Schenkung der Walter Kames Stiftung über ein Drittel gehört. In der dritten Sonderausstellung aus dem Eigenbestand des Museums geht es nun hochaktuell auf die Sorgen und Nöte der Finanzwelt. Die Absichten dieser Karikaturen Daumiers reichen oft über die Ebene des Geldes hinaus in die politisch-soziale.
Einen Schwerpunkt bilden die Darstellungen des Robert Macaire, ein typischer Vertreter der Finanz- und Geschäftswelt des Bürgertums zu Beginn des Hochkapitalismus. Ursprünglich eine Theaterfigur, agiert dieser bei Daumier nicht nur als Aktionär fiktiver Geschäfte und als Spekulant von nicht existierenden oder bankrotten Gesellschaften, sondern auch als scheinheiliger Moralist, als käuflicher und bestechlicher, ja menschenverachtender Zyniker zugunsten profitabler Geschäfte.
Daumier zeigt Börsenspekulanten und ihre großen und kleinen Opfer, zeigt die Schicksale derjenigen, die den Intrigen und Machenschaften in der Finanzwelt zum Opfer fallen, geißelt die Herrschaft des Geldes, die Machtergreifung der Finanzbourgeoisie und kritisiert das defizitäre Bankenwesen, Spekulation und Wucher, Steuer und Zins, Schuldschein und Aktien. So wird in vielen seiner Karikaturen das Geld als Grundübel der modernen Gesellschaft, als Gegenpol zu Authentizität, Liebe und Moral und als eine die menschlichen Beziehungen radikal verdinglichende und damit entfremdende Institution dargestellt – womit Daumier eine Betrachtungsweise des Geldes liefert, die in nahezu allen Epochen anzutreffen ist, in denen kritisch über das Geld nachgedacht wird: Daumier ist aktuell.
Mehr zur Austellung auch unter http://www.olaf-gulbransson-museum.de
Olaf Gulbransson Museum
Im Kurgarten
83684 Tegernsee
Quelle: Olaf Gulbransson Museum

